investment banking analyst-interview
das analyst-interview ist die anspruchsvollste stufe im IB-recruiting. hier reicht es nicht, konzepte zu kennen – du musst sie unter zeitdruck anwenden, im modeling-test liefern und im superday über mehrere gespräche hinweg konstant überzeugen. diese seite zeigt dir, was analyst-interviews von praktikums-interviews unterscheidet, welche technische tiefe erwartet wird und rechnet typische fragen mit vollständigem lösungsweg vor.
was analyst-interviews anspruchsvoller macht
auf analyst-ebene stellt die bank jemanden ein, der vom ersten tag an im deal-team liefern soll. entsprechend höher ist die messlatte: detailliertes verständnis von bewertung und LBO, sicherheit bei M&A-fragen wie accretion/dilution, und die fähigkeit, unter druck sauber zu rechnen. viele prozesse enthalten einen modeling-test oder eine case-study und enden in einem superday mit mehreren gesprächen.
auch der behavioral-teil wird reifer bewertet. es geht nicht mehr nur um interesse, sondern um belastbarkeit, commitment und ein realistisches bild vom job. wer schon relevante praktika hatte, muss zeigen, dass er daraus konkret gelernt hat.
der modeling-test und die case-study
viele DACH-banken bauen einen modeling-test ein: in begrenzter zeit sollst du ein 3-statement-modell, einen DCF oder einen LBO aufbauen oder erweitern. das lässt sich nicht in letzter minute lernen – die verknüpfung der abschlüsse, der debt schedule und die returns-logik müssen blind sitzen. am besten übst du die zugrundeliegenden konzepte so lange mit karteikarten, bis sie automatisch abrufbar sind, und rechnest paper-versionen im kopf.
beispiel-fragen mit lösungsweg
„käufer mit KGV 15 übernimmt ziel mit KGV 10 in einem reinen aktien-deal. akkretiv oder verwässernd?"
lösungsweg: akkretiv. die faustregel für reine aktien-deals: ist das KGV des käufers höher als das des ziels, ist die transaktion akkretiv. der käufer wird mit dem 15-fachen seiner gewinne bewertet, kauft die gewinne des ziels aber zum 10-fachen ein – also günstiger, als er selbst am markt bewertet ist.
anders gedacht über renditen: das ziel liefert eine gewinnrendite von 1/10 = 10 %, während die neu ausgegebenen aktien den käufer nur 1/15 ≈ 6,7 % „kosten". 10 % kommen rein, 6,7 % gehen raus – das ergebnis je aktie steigt. deshalb akkretiv.
„wann ist eine cash-finanzierung akkretiver als eine aktien-finanzierung?"
lösungsweg: es kommt auf die finanzierungskosten an. bei cash (aus überschussliquidität oder schulden) vergleichst du die nach-steuer-kosten mit der gewinnrendite des ziels. bei niedrigen zinsen sind die nach-steuer-fremdkapitalkosten oft deutlich unter der gewinnrendite des ziels – dann ist die transaktion stark akkretiv. eine aktien-finanzierung ist meist teurer, weil eigenkapital höhere renditeerwartungen trägt (hohes KGV = niedrige gewinnrendite). faustregel: cash- und schuldenfinanzierung sind bei günstigen zinsen tendenziell akkretiver als aktien.
„warum diskontierst du unlevered free cash flows mit dem WACC?"
lösungsweg: der unlevered free cash flow steht vor zinszahlungen und gehört damit allen kapitalgebern – eigen- und fremdkapital. der WACC ist genau die gewichtete renditeerwartung dieser beiden gruppen. cashflow und diskontierungssatz müssen zur selben kapitalgebergruppe passen. würde man levered cashflows (nach zinsen, also nur für die aktionäre) mit dem WACC diskontieren, wäre das inkonsistent – die wären mit den reinen eigenkapitalkosten abzuzinsen.
gezielt auf analyst-niveau üben
die tiefe kommt aus wiederholung. vertiefe die zwei kernthemen separat: unser hub zu DCF-interview-fragen und der zu LBO-modeling-interview-fragen decken die technik ab; den fit-teil auf reiferem niveau behandelt der hub zu behavioral-interview-fragen. den gesamtüberblick liefert der leitfaden zur IB-interview-vorbereitung.
analyst-niveau, unter druck abrufbar.
übe DCF, LBO, M&A und modeling-logik in drei schwierigkeits-stufen – advanced für director- und MD-niveau. 3 tage mit 50 karten gratis, über 1.200 karten im vollzugang.