bewertung

DCF interview-fragen

„walk me through a DCF" ist die wahrscheinlich häufigste technische frage im investment-banking-interview – und der punkt, an dem die meisten kandidaten ins schwimmen geraten. die discounted-cash-flow-analyse ist nicht schwer, wenn du die logik verstehst statt eine formel auswendig zu lernen. auf dieser seite gehen wir die bausteine durch, rechnen typische fragen mit vollständigem lösungsweg vor und zeigen die fehler, die im interview am meisten kosten.

was ein DCF ist – und warum banken ihn lieben

ein discounted cash flow bewertet ein unternehmen anhand der cashflows, die es in zukunft erzeugt. die kernidee: ein euro morgen ist weniger wert als ein euro heute, weil geld über die zeit verzinst wird. also projiziert man die künftigen cashflows und zinst sie auf den heutigen wert ab. anders als comparables ist der DCF eine **intrinsische** bewertung – er hängt an den fundamentaldaten des unternehmens, nicht am aktuellen marktsentiment.

im interview testet der DCF, ob du drei dinge sauber verbindest: prognose, kapitalkosten und endwert. wer das kann, zeigt, dass er bewertung wirklich verstanden hat – nicht nur multiples ablesen kann.

die vier bausteine eines DCF

1. free cash flow

der unlevered free cash flow ist der ausgangspunkt: EBIT × (1 − steuersatz), plus abschreibungen, minus investitionen (capex), minus veränderung des net working capital. er zeigt, wie viel cash das operative geschäft für alle kapitalgeber erzeugt – unabhängig von der finanzierung.

2. WACC (kapitalkosten)

der gewichtete kapitalkostensatz kombiniert eigenkapital- und fremdkapitalkosten, gewichtet nach ihrem anteil an der finanzierung. die eigenkapitalkosten schätzt man über das CAPM: risikofreier zins + beta × marktrisikoprämie. die fremdkapitalkosten werden nach steuern angesetzt, weil zinsen steuerlich abzugsfähig sind.

3. terminal value

da man cashflows nicht ewig einzeln prognostizieren kann, bündelt der terminal value alle cashflows nach dem prognosezeitraum. zwei methoden: gordon growth oder exit-multiple (siehe FAQ unten).

4. von EV zu equity value

die summe der barwerte ergibt den enterprise value. davon zieht man die nettoverschuldung ab (und korrigiert um minderheiten, pensionen etc.), um zum equity value zu kommen – dem wert, der den aktionären zusteht. geteilt durch die aktienzahl ergibt sich der faire wert je aktie.

beispiel-fragen mit lösungsweg

frage 1

„wie berechnest du den unlevered free cash flow?"

lösungsweg: ich starte beim EBIT und ziehe die steuern darauf ab – also EBIT × (1 − steuersatz). das ergibt den NOPAT, den operativen gewinn nach steuern ohne finanzierungseinfluss.

dann addiere ich die abschreibungen zurück, weil sie zwar den gewinn mindern, aber nicht zahlungswirksam sind. anschließend ziehe ich die investitionen (capex) ab und korrigiere um die veränderung des net working capital: steigt das working capital, ist cash gebunden, also abzug. das ergebnis ist der cashflow, der allen kapitalgebern zur verfügung steht.

frage 2

„wie setzt sich der WACC zusammen?"

lösungsweg: WACC = (E / (D+E)) × eigenkapitalkosten + (D / (D+E)) × fremdkapitalkosten × (1 − steuersatz). E ist der marktwert des eigenkapitals, D der des fremdkapitals.

die eigenkapitalkosten leite ich über das CAPM ab: risikofreier zins (z. B. rendite 10-jähriger bundesanleihen) + beta × marktrisikoprämie. das beta misst, wie stark die aktie mit dem markt schwankt. die fremdkapitalkosten sind der effektive zinssatz auf die schulden – nach steuern, weil der zinsaufwand die steuerlast senkt (tax shield).

frage 3

„dein terminal value ist 80 % des enterprise value. ist das ein problem?"

lösungsweg: nicht per se – bei stabilen, wachsenden unternehmen ist ein hoher terminal-value-anteil normal, weil der großteil des werts weit in der zukunft liegt. es ist aber ein warnsignal für die belastbarkeit: das ergebnis hängt dann fast vollständig an zwei annahmen, WACC und wachstumsrate g.

im interview würde ich sagen: „ich würde den terminal value mit beiden methoden cross-checken – gordon growth und exit-multiple – und eine sensitivitätsanalyse über WACC und g legen. wenn der wert bei kleinen änderungen stark springt, kommuniziere ich eine spanne statt einer punktschätzung." genau diese vorsicht wollen banken sehen.

häufige fehler im DCF-teil

die klassiker: levered und unlevered cashflow verwechseln und mit dem falschen satz diskontieren; eine terminal-growth-rate über dem BIP-wachstum ansetzen; die abschreibungen vergessen zurückzuaddieren; oder den enterprise value mit dem equity value gleichsetzen. wer das LBO-thema parallel übt, sieht die zusammenhänge schneller – dazu unser hub zu LBO-modeling-interview-fragen. den gesamtüberblick über alle themen findest du im leitfaden zur IB-interview-vorbereitung, und wenn du auf analyst-ebene einsteigst, lohnt der blick auf das analyst-interview.

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häufige fragen zum DCF